Spanische Konventionen

 

Die Spanisch Sprachschule Costa de Valencia stellt hier das spanische Leben vor: die Fiestas und spanische Folklore, die Traditionen und Gebräuche ... Spanische Soziale Konventionen

Die Begrüßung

El saludo

Die Art und Weise, wie man sich begrüßt, ist in vielen Ländern unterschiedlich. Jeder Spanienreisende sollte wissen, dass hier die typische Begrüßung aus zwei Küssen auf die Wang besteht. Aber aufgepasst, nicht in allen Situationen ist dies der Fall!

Begrüßung mit zwei Küssen:
- Zwischen Frauen und Männern und Frauen und Frauen; zwischen zwei Männern ist es jedoch eher ungewöhnlich, es sei denn es handelt sich um Familienmitglieder
- Außerdem sind zwei Küsse üblich, wenn man sich jemandem vorstellt, man jemanden lange nicht gesehn hat, man sich von einer Person verabschiedet, die man für lange Zeit nicht sehen wird, oder wenn man jemandem gratuliert, sei es zum Geburtstag, zu Weihnachten oder sonstigen Anlässen. Wobei es dabei allerdings nicht üblich ist Personen mit zwei Küssen zu begrüßen, die man jeden Tag sieht.

Begrüßung ohne Küsse:
- In formalen Situationen (Vorstellungsgespräche, Gespräche mit dem Lehrer, Chef, etc.)
- Wenn die Person die uns vorgestellt wird um einiges älter ist. In dieser Situation wird abgewartet, ob die ältere Person die Initiative ergreift. Sollte dies der Fall sein, wird die Geste natürlich erwiedert.
- In den oben genannten Fällen ist es üblich, sich anstatt der zwei Küsse die Hand zu geben.

Wichtig ist dabei zu berücksichtigen, dass in Spanien, abgesehn von vielen anderen Ländern in denen man sich zur Begrüßung küsst, beim ersten Kuss, der Kopf nach links geneigt wird.

Komplimente machen und erwiedern

Spanisch lernen besteht nicht nur aus dem Wiederholen von Vokabeln und Grammatik und um in Spanien zurecht zu kommen, ist das Lernen gesellschaftlicher Normen und Regeln ebenso wichtig. Zum Beispiel ist es in Spanien üblich, Komplimente über die Kleidung und das Aussehen einer Person zu machen, vorallem wenn man diese nicht gut kennt. Das Kompliment zu bekommen ist noch recht einfach, aber wie genau antwortet man? Einfach nur “Gracias” zu sagen, würde bei dem Spanier sicherlich den Eindruck hinterlassen, dass du arrogant oder schlecht erzogen bist. Wenn man in Spanien etwas positives über sein Aussehen gesagt bekommt ist es normal, das Kompliment herunterzuspielen, zu mäßigen oder es zumindest mit einem anderen Kompliment zu erwiedern. Ein Beispiel für eine Unterhaltung:

- ¡Qué camiseta más bonita llevas!
- ¿Sí? ¡Qué va! Si es bastante vieja, y además está pasada de moda… Tu camiseta sí que es bonita y además el color te queda muy bien…
- ¿Tú crees? ¡Quita, quita! ¡Me hace más gorda…!

Du musst dabei nicht das sagen, was du wirklich denkst. Es wird nur erwartet, dass du das kleine “Höflichkeitsspiel” der Spanier mitspielst

Die Rechnung bitte!

La cuenta por favor

Es ist weithin bekannt, dass in Spanien die weit verbreitete Angewohnheit existiert, abends mit Freunden in Bars und Restaurants essen zu gehen. Aber aufgepasst! Wenn du in Spanien bist und dich mit spanischen Freunden zum Essen triffst, ist es üblich den Rechnungsbetrag, am Ende des Abendessens, einfach durch die Anzahl der Personen zu teilen die an dem “Cena” teilgenommen haben. Das bedeutet, dass du, selbst wenn du im Gegensatz zu deinen Freunden wenig bestellt/gegessen hast, den gleichen Anteil zahlst.
       Wenn du nur deinen Anteil zahlen solltest, werden dich alle komisch angucken und dich als Geizhals abstempeln. Um dem zu entgehen bleiben nur zwei Möglichkeiten, entweder du isst genauso viel wie die anderen, oder du erklärst ihnen schon vor Beginn des Essens, dass du seperat zahlen möchtest.

Herzlichen Glückwunsch!

Cumpleaños feliz

    Wenn du einen Spanischkurs in Spanien machst und du während deines Aufenthaltes Geburtstag hast, solltest du wissen, dass Geburtstage hier in Spanien etwas anders gefeiert werden.
Das Geburtstagskind ist die Person, die sich um die Feier kümmert, d.h. um das Einladen der Gäste, gegebenenfalls die Reservierung im Restaurant oder die Vorbereitungen zuhause. Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass das Geburtstagskind die Kosten trägt, egal ob außerhalb oder zuhause gefeiert wird.
Wenn man dem Geburtstagskind gratuliert, ist es üblich dies mit zwei Küssen zu tun, jeweils einen auf jede Wange, und ihm so oft am Ohr zu ziehen, wie es alt wird.
Als letztes ist noch zu erwähnen, dass es in Spanien als unhöflich gilt, das Geschenk nicht direkt vor der Person zu öffnen, von der es kommt. Damit zu warten gilt als schlecht erzogen. Daher sollten Geschenken immer sofort ausgepackt werden und danach wird sich ausgelassen bedankt, egal ob das Geschenk gefallen hat oder nicht. Die Geschenke werden in Spanien normalerweise nach dem Anrichten des Geburtstagskuchens überreicht, wobei dies natürlich von Geburtstagsliedern begleitet wird. Das meist gesungenste Lied ist dabei:“cumpleaños feliz, cumpleaños feliz, te deseamos todos, cumpleaños feliz” (“Happy Birthday”).

Ein Angebot machen und annehmen

            Wenn du einen Sprachkurs in Spanien machst und zu einem spanischen Freund nach Hause eingeladen wirst, ist es üblich, dass du dort etwas zu Trinken oder zu Essen angeboten bekommst.
Hier bei gibt es ein paar Regeln zu beachten, um nicht schlecht erzogen zu erscheinen. In Spanien ist es normal, das erste Angebot auszuschlagen. Auf diese folgt dann gewöhnlich ein zweites, welches du annehmen oder abermals verneinen kannst. Beim Verneinen solltest du darauf achten, dass du ein schlagkräftiges Argument vorbringen, warum du nicht möchtest, da ansonsten nochmals nachgefragt wird. So Könnte zum Beispiel ein Gespräch aussehen:

  • ¿Te apetece un café?
  • No, gracias, no te molestes…
  • ¿No? ¿Seguro? ¿No quieres un café? ¿Un té? ¿Algo?
    • (Wenn du annimmst) Bueno, va, un cortado…
    • (Wenn du verneinst) No, no, de verdad, es que acabo de tomarme uno…

Dieses Ritual ist aber nicht unbedingt nötig, wenn du bei einem sehr engen Freund oder bei nahen Verwanten bist.

Spanische Uhrzeiten

Horarios españoles

Eine der typischen spanischen Charaktaristika ist, dass die Uhren hier anders laufen, als in den meisten europäischen Ländern. Das kann sowohl von Vor- als auch von Nachteile sein. Da du aber in Spanien Spanisch lernen willst, ist das gar kein Thema, es ist deine Aufgabe dich auf die Umstände in Spanien einzustellen und dich an sie anzupassen.
Das was jedem der nach Spanien kommt wohl als erstes auffällt sind die unterschiedlichen Essenszeiten. Normalerweise frühstücken wir um 8.30Uhr, um 11.30Uhr gibt es eine kleine Zwischenmahlzeit, “el almuerzo” und um 15.00Uhr kommt dann das Mittagessen auf den Tisch. Um 18.00Uhr gibt es abermals eine kleine Zwischenmahlzeit, “merienda” genannt und gegen 22.00Uhr gibt es Abendessen. Abgesehen davon sind auch die Arbeitszeiten unterschiedlich: Üblich ist es gegen 9.00Uhr anzufangen, dann eine kleine Pause zum “almuerzo” zu machen und zwischen 14-16Uhr eine längere Mittagspause einzulegen. Während dieser 2 Stunden hat auch die Mehrzahl der kleinen Geschäfte geschlossen. Feierabend ist aufgrund der vielen Pausen normalerweise gegen 20.00Uhr. Damit die Leute aber trotzdem ihre alltäglichen Einkäufe machen können, schließen viele Geschäfte auch erst um 21.30Uhr bzw. 22.00Uhr.
Auch wenn sich heutzutage immer mehr international ausgerichtete Firmen den europäischen Zeiten anpassen, ist dieses Modell noch sehr verbreitet und nichts außergewöhnliches. Gerade wenn du dich mit deinen spanischen Freunden treffen willst, solltest du dies also im Hinterkopf behalten.

Wer hat das Wort?

Turnos de palabras

Viele Ausländer beschweren sich, dass die Spanier ihnen, abgesehen davon, dass sie viel und sehr schnell reden, auch noch oft ins Wort fallen und alle auf einmal reden. In den Augen der Turisten wird dies oft als fehlende Erziehung der Spanier abgestempelt. In Spanien sieht man dies aber ganz anders: hier wird es als ein Zeichen für das aufmerksame Verfolgen des Gesprächs und ein aufrechthalten der Diskussion angesehen.
Daher solltest du, wenn du in Spanien bist, lieber zweimal tief durchatmen und es gelassen sehen. Du musst dir bewusst sein, dass es normal ist, wenn dich in Spanier im Gespräch immer mal wieder unterbricht, dir während du noch am reden bist Fragen stellt und fast alles mit “sí, sí, ajá, bueno...” kommentiert.

Spanien als polychronische Kultur

Wenn man die Leute nach typischen Charakterzügen der Spanier fragt, gehört Unpünktlichkeit sicherlich zu einem der als erstes aufgezählten Punkten.
Obwohl man das natürlich nicht verallgemeinern kann, ist es jedoch wahr, dass hier ein anderes Zeitkonzept herrscht. Die spanische Kultur, ebenso wie die Kulturen des restlichen Mittelmeers und die der arabischen und afrikanischen Länder, gehören zu den sogenannten polychronischen Kulturen. Unter polychronischen Kulturen versteht man Kulturen, die sich dem Rhythmus der Natur anpassen, in denen Leute oft mehrere Sachen auf einmal machen, improvisieren usw. Außerdem haben diese Kulturen oft Schwierigkeiten mit künstlichen, das heißt von Menschen vorgegebenen, Zeitstrukturierungen.
     Wenn du abgesehen vom Spanischlernen auch in Spanien leben möchtest, solltest du also wissen, dass es, wenn wir “Ich bin in 5 Minuten zurück” sagen, nicht bedeutet, dass wir auch exakt in 5 Minuten wieder da sind. In der Realität kann sich dieser Zeitraum nämlich um einiges in die Länge ziehen. Ebenfalls solltest du nicht erwarten, dass sich ein Verkäufer, der sich grade über perönliche Dinge mit einem anderen Klienten unterhält und dir sagt “Ich bin gleich sofort bei Ihnen”, unverzüglich dir zuwendet. Außerdem ist es wahr, dass wir es mit der Pünktlichkeit bei Verabredungen nicht so genau nehmen, so lange es nicht um einen ofiziellen Termin handelt. Die Toleranzgrenze liegt dabei bei 20 Minuten.

Wenn du also eine Zeit lang in Spanien leben wirst, stelle dich besser darauf ein und gewöhne dich dran, da du sonst sicherlich viele Nerven verlieren wirst.

Spanien als Kultur des Kontaktes

Die Distanz, die wir während eines Gespräches mit einer Person einhalten, um so den Respekt zu wahren, ist in den südlicheren Ländern um einiges geringer, als im Norden. Daher solltest du die folgenden Punkten im Kopf behalten, um dich nicht unwohl zu fühlen, wenn du in Spanien bist und dich mit Spaniern unterhälst.
Wenn Spanier untereinander reden, ist der Abstand meist geringer als 1 Meter und es ist auch nicht unüblich, sich während des Gespräches zu berühren. Oft wird einem mal zwischendurch auf die Schulter oder den Arm geklopft.
Die Distanz, die wir bei Gesprächen einhalten, ist auch ein Indikator dafür, wie wir uns in engen Räumen verhalten, wie z.B. einem Aufzug. Während es in Ländern wie den USA normal ist, den Leuten den Rücken zuzudrehen und zu versuchen sich nicht zu berühren, gehört es in Spanien zur guten Erziehung eine Art Halbkreis zu formen und so ein Minimum an frontalem Kontakt zu halten. In diesen Situationen ist es üblich die Stille, welche für Spanier sehr unangenehm ist, durch Smaltalk zu durchbrechen.
Das alles bedeutet aber nicht, dass du dich, wenn du dich wie ein Spanier benehmen willst, in einem halb leeren Bus direkt neben jemanden ganz fremdes setzt. Das ist etwas, was auch ein Spanier nie machen würden. Jede Kultur, auch unsere, hat eine Grenze im Bezug auf den persönlichen Raum einer Person und ihrer Privatsphäre, die nicht überschritten werden sollte. Gibt es also die Möglichkeit, diese so bewahren, so tun wir das auch. Der Unterschied kommt also daher, dass wir Annehmen, dass es Situationen gibt, in denen man diese “Privatsphäre” einfach nicht mehr wahren kann (wie z.B. in einem Aufzug). In diesen Situationen verhalten wir uns dann so, wie wir es für anständig empfinden, wir wenden uns den Personen zu.

Essen als sozialer Akt

Comer como acto social

     Für Spanier bedeutet Essen um einiges mehr, als sich einfach nur zu ernähren. Für uns ist Essen ein sozialer Akt, welcher dazu dient mit Freunden und Familie in Kontakt zu bleiben. In Spanien ist es außerdem normal, dass Geschäftstreffen, auf denen wichtige Entscheidungen getroffen oder Papiere unterschrieben werden, mit einem ausgiebigen Essen enden.
Wenn du also in Spanien bist und Spanisch lernst, solltest du wissen, dass sich daher viele Spanier unwohl fühlen, wenn sie alleine vor anderen Personen essen müssen. Dies führt dazu, dass wir, wenn wir z.B. eine Packung Kekse öffnen, auch immer den anderen etwas anbieten. Für uns gehört das zur guten Erziehung. In diesen Situationen lehnen die Personen das Angebot entweder ab oder nehmen einen kleines Stück des Angebotenen, so wie es häufig der Fall ist.

¡Hola y hasta luego!

Für die Spanier ist Stille etwas unangenehmes, deshalb wird, auch wenn man den/die anderen nicht kennt, immer versucht eine Unterhaltung zu führen und sei sie auch noch so klein.
Wenn du einen Spanischkurs in Spanien machst, solltest du wissen, dass eine Begrüßung und Verabschiedung das Mindeste ist, was erwartet wird. Das heißt egal ob du an einer Bushaltestelle wartest, in einem Aufzug oder in einer Bar bist, man begrüßt sich immer mit einem „hola“ und verabschiedet sich mit einem „hasta luego“. Dabei ist es egal, ob man die Person kennt oder nicht, oder ob man kurz vorher schon einmal da war, es wird immer gegrüßt.

Man hat mich eingeladen: Was bringe ich mit?

Wenn du zum Spanischlernen in Spanien bist und von einem Spanier zum Abendessen bei sich zuhause eingeladen wirst, gibt es, je nachdem, wie nah man der Person steht und wie formal das Abendessen ist, unterschiedliche Sachen, die man mitbringen kann.
Wenn du von einem nahestehenden Freund eingeladen wirst, ist es üblich diesen direkt zu fragen, ob du etwas mitbringen oder ihm beim Vorbereiten des Essens helfen kannst. Dabei solltest du darauf bestehen etwas mitzubringen oder zu helfen, da es in Spanien zur guten Erziehung gehört das Angebot erstmal abzulehnen.
Wenn es sich um eine nicht so nahestehende Person handelt, ist es normal entweder eine Flasche Wein oder Süßspeisen für den Nachtisch mitzubringen.
In anderen Ländern ist es oft gänig Blumen oder Pflanzen mitzubringen. In Spanien ist es jedoch eher unüblich, vorallem wenn es sich bei Gastgeber oder Gast um einen Mann handelt. Diese Geste würde sehr wahrscheinlich anders interpretiert werden.

 
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